Als ich 2017 GoodNotes entdeckte, habe ich hauptsächlich drei Werkzeuge genutzt: Kugelschreiber, Textmarker und Radiergummi. Ab und zu habe ich auch – ganz fancy – ein Bild eingefügt.

Frei heraus, ich bin damit schon ganz gut klargekommen. Allerdings habe ich auch geflucht, z.B. wenn ich entweder nur Texte oder Bilder verschieben wollte und sich alles andere mitverschob. Oder, wenn ich mit dem Textmarker versucht habe, eine größere Fläche auszumalen und es immer diese hässlichen Übergänge gab. Oder, wenn ich auf dem Blanko-Blatt mal wieder total schief geschrieben habe, was sich auch nicht mehr mit „Charm of the Handmade“ schönreden ließ.

Kennste? Dann nimm eine Abkürzung! Entdecke meine Top 5 der Funktionen in GoodNotes, die das Leben in der App noch einfacher machen (und die nicht direkt ins Auge fallen):

 

(1) Einstellungen beim Lasso-Werkzeug nutzen

 

Verschiebe nur Handschrift und keine Bilder. Oder nur Bilder und keinen Text. Oder nur Text und nichts anderes. Kurzum: wähle aus, was vom Lasso erfasst und bearbeitet werden soll und was nicht.

Wie es geht? Du klickst ein zweites Mal auf das Lasso-Werkzeug. Dann zeigen sich Einstellungsmöglichkeiten. Standardmäßig sind hier sowohl Handschrift, Bilder, Textfelder als auch Kommentare aktiviert.

Du kannst per Deaktivierung des jeweiligen Schalters einzelne Kategorien davon ausschließen, mit dem Lasso eingefangen zu werden. Wenn du beispielsweise verschiedene Fotos in deinem Notizbuch eingefügt hast und handgeschriebenen Text verschieben möchtest, dann deaktiviere temporär den Schalter für Bilder in den Lasso-Einstellungen. Sodann schiebst du entspannt handschriftlichen Text sowie Textfelder mit getipptem Text hin- und her, ohne, dass sich die Fotos mitbewegen, da sie vom Lasso erst gar nicht ausgewählt werden.

Mein Tipp ist, dass du die Lasso-Einstellungen danach direkt wieder auf den Standard zurückstellst, da sich GoodNotes die letzten Einstellungen merkt und du dich ansonsten im nächsten Projekt wunderst, warum beispielsweise Bilder nicht mehr verschiebbar sind.

 

(2) Transparente farbige Felder – (fast) mit einem Klick

 

Es kann eine sehr meditative Aufgabe sein, Formen mit dem Textmarker sorgfältig farbig ausmalen. Manchmal „entschleunigt“ das aber auch zu sehr im Arbeitsalltag. Vielmehr muss es dann schnell gehen. Nur möchtest du gleichzeitig, dass es ordentlich aussieht? Dann nutze die Funktion „Farbig ausfüllen“.

Dafür tippe ein zweites Mal auf den deckenden Stift, damit sich die Einstellungsmöglichkeiten zeigen. Tippe bei den Einstellungen auf den kleinen Pfeil neben „Zeichnen und halten“ und aktiviere „Zeichnen und halten“ sowie „Farbig ausfüllen“.

Durch die Aktivierung von „Zeichnen und halten“ ziehen sich deine Linien mit dem deckenden Stift automatisch gerade, wenn du am Ende der Linie den Stift noch einen Moment länger auf der Glasfläche belässt, also »hältst«. Gleiches funktioniert mit geometrischen Formen wie Viereck, Kreis, Dreieck usw. Es sieht dann alles so aus, als hättest du die Linien mit dem Lineal gezeichnet. Wenn du es lieber natürlich hast, dann halte am Ende der Linie einfach nicht länger, dann bleibt sie so, wie du sie gezeichnet hast.

Mit der zusätzlichen Aktivierung von „Farbig ausfüllen“ füllen sich geschlossene Formen zudem auf einen Schlag hell transparent. Die Farbe richtet sich nach der Farbe des deckenden Stifts, den du gerade benutzt.

Hier gibt es noch eine weitere (versteckte) Funktion. Nachdem deine automatisch gerade gezogene Form farbig gefüllt wurde, klicke einmal auf den Rückgängig-Pfeil oben rechts in der Menüleiste von GoodNotes. Sofort verschwindet die Rahmenlinie des farbig gefüllten Feldes und es bleibt lediglich das farbige Füllfeld stehen. So lassen sich sehr einfach und akkurat transparente Farbfelder als Highlights um bzw. über den deckenden Text legen.

 

(3) Gerade gezogene Linien weiter bearbeiten

 

Du hast mit Hilfe von „Zeichnen und halten“ eine geometrische Form gezeichnet und möchtest diese jetzt nachbearbeiten. Das kann sinnvoll sein, weil z.B. Kreis oder Viereck nicht groß genug sind. Die Kurve nicht die gewünschte Krümmung hat oder das Dreieck nicht die richtigen Winkel. Dann tippe einfach mit dem Finger auf die geometrische Form (entweder im Werkzeug Stift, Textmarker oder im Geometrie-Werkzeug) und es erscheinen blaue Punkte auf der Linie entlang derer du die Formen nachträglich korrigieren kannst.

Du siehst im Bild, dass sich die farbige Füllung nicht automatisch mitverändert. Vielmehr bleibt sie in der bisherigen Form. In diesem Fall kannst du farbige Füllung mit dem Radierer einfach löschen.

Liegt dir aber an einer  farbigen Füllung, folge einfach der neuen Linie mit dem Stift und schließe die Form. Danach tippst du wieder auf rückgängig und schon ist auch die veränderte Form farbig ausgefüllt. Das erfordert zwar ein paar Schritte mehr, es ist trotzdem schneller, als die Form komplett neu zu zeichnen.

 

 

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(4) Nur Textmarker löschen

 

Du bist zufrieden mit deinem Text oder deiner Zeichnung mit dem deckenden Stift. Allerdings ist dir beim Textmarker eine Überlappung passiert, die dich stört. Du hast keine Lust, alles wieder neu zu machen?

Hier hilft dir die Funktion „Nur Textmarker löschen“ beim Radierer weiter: der deckende Stift bleibt auf dem digitalen Papier, und lediglich der Textmarker wird wegradiert.

Mit den verschiedenen Radierer-Typen (Präzisionsradierer, Standardradierer, Strichradierer) lassen sich hier inzwischen alle Arten von Textmarker-Malheuren wunderbar korrigieren – von ganz kleinen bis hin zu großen Flächen.

Auch hier der Tipp: am besten deaktivierst du die Funktion direkt wieder, nachdem du sie genutzt hast, sonst wunderst du dich im nächsten Schritt, warum dein Radierer nicht mehr funktioniert  Keine Sorge, wenn das doch mal passiert: GoodNotes weist dich dann auch darauf hin.

 

(5) Papierhintergrund im Nachhinein ändern

 

Ich weiß nicht, wie es dir geht: ich persönlich kann auf Karo oder Linie deutlich gerader (im Sinne von eben / auf gleicher Linie) schreiben, als ich das auf einem Blanko-Papier tue.

Es hat trotzdem in GoodNotes einige Zeit gedauert, bis ich realisiert habe, dass ich ja in einem ersten Schritt auf einem kariertem oder linierten Blatt als Vorlage schreiben kann. Und erst in einem zweiten Schritt, wenn mich der Hintergrund am Ende stört, den Papierhintergrund wechseln kann auf ein Blanko-Papier. So einfach.

Und schon wirkt alles wie durch Zauberhand auf freiem Papier total gerade geschrieben und ist deutlich weniger anstrengend.

 

Konntest du etwas für dich mitnehmen? Schreib mir gerne einen Kommentar.

 

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